Thema 1: Wissensmanagement im Beratungssystem systematisch betreiben

Wir können innerhalb des Beratungssystems auf verschiedene Weisen Daten und Informationen weitergeben.

Wir können:

  • Dateien zur Verfügung stellen

  • auf wichtige Beiträge in der Fachliteratur hinweisen

  • auf web-basierte Informationsquellen hinweisen

  • in persönlichen Gesprächen Daten und Informationen weitergeben

  • ...

Und wir können dann gemeinsam darüber reden.

Das alles ist sehr wichtig. Aber es ist noch lange kein „Wissensmanagement“.

Es ist noch nicht einmal „Informationsmanagement“. Die Stufe “Infomationsmanagment” ist erreicht, wenn es im Beratungssystem eingeführte und zuverlässige Daten- und Informationsquellen und Informationswege gibt und wenn die dort zur Verfügungen stehenden Materialien inhaltlich von guter Qualität sind und wenn sie formal den Mindeststandards entsprechen. Wir haben am RPT den Versuch gemacht, über unser moodle so ein Informationsmanagement für das Team FBS-BS zu begründen.

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Kommunikation, Teamarbeit auf der Stufe 1: vorläufig unverstandene Daten (Dateien, Kopien etc.) hin- und herschieben, wichtige Voraussetzung für 2-4

Kommunikation, Teamarbeit auf der Stufe 2: Über gemeinsame Daten sprechen, auch streiten, gemeinsames Verständnis herstellen, Sinn erzeugen, aus Daten Informationen machen. Sehr wichtig, aber oft bleibt man dort stehen. Leider gilt das auch für viele Situationen, die ich (mit euch) in Beratung und Fortbildung erlebt habe. Neuerdings gibt es bei mir deshalb immer einen TOP “Unsere nächsten Schritte”, für den zuverlässig die angemessene Zeit eingeplant ist.

Kommunikation, Teamarbeit auf der Stufe 3: Handeln. Im günstigsten Fall nach einer effektiven Stufe 2. Handeln ohne Informationen ist gefährlich (im Bild könnte z.B. der elektrische Anschluss ein Problem sein). Für die Kundenseite heißt das Führungshandeln bzw. Unterrichtshandeln. Für uns Beratungshandeln.

Kommunikation, Teamarbeit auf der Stufe 4: Wissensmanagement

Wissensmanagement ist ein Merkmal der Organisation, Wissensmanagement sind Handlungsroutinen.

Das sind alle Aktionen an einer Schule oder im Beratungssystem, bei denen es gezielt um Sicherung und Weiterentwicklung des gemeinsamen (Handlungs-)Wissens geht (Berichte von Fortbildungen, Austausch von Praxiserfahrungen, gemeinsame Praxisreflexion (auch im Tandem), Supervision, …). Indikator für Handlungsrelevanz sind auch hier alle Antworten auf die Frage “Was ist unser nächster Schritt” oder etwas Ähnliches. Folgenlose Diskussion sollte eine Ausnahme sein. Der Gebrauch einer gemeinsamen Datenbank ist für ein Wissensmanagement unerlässlich.

Achtung: Willke verwendet das Wort “Wissen” immer gekoppelt mit Handeln. Das ist in der Alltagsbedeutung von “Wissen” nicht zwingend erforderlich.

Ich schlage vor, künftig zur klaren Abgrenzung gegen handlungsfernes “Wissen” (bei Willke heißt dies “Information”) das Wort “Handlungswissen” zu verwenden. den Begriffen: Daten - Informationen - Wissen - Wissensmanagement vgl. Helmut Willke, Einführung in das systemische Wissensmanagement, Heidelberg 2011 - (Kurzfassung dazu in der entspr. ppt im moodle, s.u.)

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Grob könnte man die Frage “Was ist das denn das für ein Handlungswissen, das die FBS-BS_RPT z.B. mit dem Weggang von Vinc managen wollen?” so beantworten:

1. Fachwissen in Form von Dateien aller Art, hier in erster Linie besonders bewährte Schaubilder inclusive Erfahrungen zu ihrer Nutzung, hier beispielhaft gezeigt an Schaubildern zum Thema Unterrichtsentwicklung

2. Prozesswissen dokumentiert z.B. in Tandemreflexionen und in Form von Dateien, die im Zuge der Vorbereitung von gemeinsamen Aktionen entstehen: u.a.: Handlungswissen zu typischen Situationen und Herausforderungen in Beratung und Fortbildung, häufig verwendete Konzepte, Tagungsprogramme, Beratungsschritte, bewährte Handlungsmuster in der Tandemarbeit, …

3. handfeste Instrumente, die in den letzten Jahren in Kooperation entstanden sind und die Erfahrungen mit deren Anwendung und die Einschätzungen zu deren Nutzen: OES-Spots, Teamplakate, Teamrollenkarten, diverse Moderationsraster, standardisierte Vorlagen für die Planung von Veranstaltungen, tragbare Flipchartbretter, unser moodle, Umgang mit Clouds, Nutzung von Ques, Masken für die SWOT-Analyse mit Anwendungsbeispielen, Maske für ein Pädagogisches Rahmenkonzept, Vorlagen für Prozessmanagement mit Anwendungsbeispielen , …)

Vieles davon habe ich in den vergangenen Jahren regelmäßig an verschiedenen Stellen im Moodle zur Verfügung gestellt, sie wollen genutzt oder verworfen werden, genauso wie die Materialien, die ihr erstellt habt.

Zum Eintrag “Wissensmanagement” findet ihr hier:

https://moodle2.rpt.tue.schule-bw.de/moodle/mod/folder/view.php?id=7115

Das Forum dazu findet ihr hier:

https://moodle2.rpt.tue.schule-bw.de/moodle/mod/forum/view.php?id=7117

weitere mögliche Themen:

  • Umgang mit Kommunikationsbarrieren und -konflikten im Beratungssystem (relevant besonders für FBS, die im Auftrag des KM Fortbildungen planen, an denen mehrere Institutionen (KM, RPn, Akademie, LS, …) beteiligt sind. Sie kommen in eine (offensichtlich sehr geschätzte) Moderationsrolle in der Kommunikation zwischen verschiedenen Institutionen.. Das Thema könnte sich nach der Neuordnung des Unterstützungssystems sehr verändern)

  • Datengestützte Schul- und Unterrichtsentwicklung (würde ich in diesem Zusammenhang mal weglassen)

  • Arbeit im Team als Gegenstand von Beratung/Fortbildung und Arbeit im Berater/innenteam (im Moodle Kap. 6, “Arbeit im Team” habe ich z.b. die aktuellen Comburg-Materialien hochgeladen)

  • Arbeit im Berater/innen-Tandem in Beratung und Fortbildung (im Moodle Kap. 10 gibt es dazu Einiges.)

  • Zeitmanagement. Ich würde euch gerne meine Excel-Datei zeigen (ein Ungetüm), dass vielleicht interessant sein könnte als Anregung (Lastenheft ?) für künftige schlankere und elegantere Zeiterfassungssysteme für FBS.